Mittwoch, 10. Januar 2018

Universitätskarriere für unerschütterlich Gläubige

„Der CDU-Nachwuchs-Star Jens Spahn, die AfD und diverse Journalisten hassen sie: die Gender Studies.“ Das meint jedenfalls Carolin Wiedemann auf Spiegel Daily. Nicht die Gender Studies selbst, sondern die Angriffe gegen sie seien ideologisch motiviert, behauptet sie. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn Gender Studies sind keine Wissenschaft im eigentlichen Sinne. Wissenschaft stützt sich auf Empirie, also auf überprüfbare Fakten.
Die Gender Studies hingegen basieren auf der dogmatischen Prämisse, daß unterschiedliche Verhaltensweisen von Mann und Frau rein auf das soziale Geschlecht (englisch: gender) zurückzuführen seien. Dieser Grundsatz „daß alle Phänomene – erscheinen sie uns auch noch so selbstverständlich – kulturell bedingt sind“, ist so unverhandelbar für Genderinnen und Genderer, wie er falsch ist. Da dieser Grundsatz der Gender Studies nicht hinterfragt werden darf, hat man es eher mit einem pseudoreligiösen, dogmatischen Aberglauben als einer Wissenschaft zu tun.

Viele Charaktereigenschaften von Männern und Frauen sind auf das biologische Geschlecht (engl. sex) zurückzuführen. Aber Biologen besitzen nicht die Arroganz zu behaupten, daß alle Charakterunterschiede zwischen den Geschlechtern rein auf die Natur zurückzuführen seien und das soziale Geschlecht keinerlei Rolle spiele.
Stolz betont Wiedemann, die Gender Studies seien emanzipatorisch – also dem gesellschaftlichen Fortschritt verpflichtet – und belegt damit doch wieder nur deren pseudowissenschaftlichen Charakter.

Denn Wissenschaft als solche ist nicht der Emanzipation oder sonst einem gesellschaftlichen Willen verpflichtet – sondern einzig und allein der Wahrheit. Insofern muß sie ergebnisoffen sein, darf also das Resultat einer Untersuchung nicht im Vorfeld festlegen.
Verpflichtet die Wissenschaft sich dem gesellschaftlichen Willen, verkommt sie zu bloßem Aktivismus – zu schnöder, kurzfristiger Politik. Wiedemanns Behauptung, der Vorwurf aus konservativen Kreisen, daß „Gender Studies die Natur ignorieren würden“, sei „Unsinn“, ist unhaltbar.
Natürlich erkennen die Gender Studies, daß es biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Daß es aber biologisch bedingte Unterschiede in den Verhaltensweisen der Geschlechter gibt, wird von den Gender-Gelehrten vehement bestritten. Sie treten aber zuhauf auf. So verfolgen Männer und Frauen unterschiedliche Strategien in der Partnerwahl als auch in der Eifersucht.

Männer zeigen ein höheres Aggressionspotential, höhere Risikobereitschaft, stärkeres Konkurrenzverhalten und Streben nach hohem sozialen Status. Männer widmen sich lieber Gegenständen, Frauen eher anderen Personen. In Intelligenztest schneiden Männer besser im räumlichen, Frauen besser im verbalen Aufgabenteil ab. Zudem ist Intelligenz bei Männern weiter gestreut: Es gibt unter ihnen mehr Genies, aber auch mehr geistig Behinderte.
Warum also nimmt die Wissenschaft biologische Ursachen an, wenn derartige Differenzen doch auch durch soziale Faktoren bedingt sein können? Die genannten Unterschiede decken sich zum Teil mit den Vorhersagen der Evolutionstheorie, was genetische Ursachen nahelegt. Manche der genannten Unterschiede zeigen sich schon bei Neugeborenen, die noch keine Sozialisation erfahren haben.
Männliche Babies richten den Blick länger auf Spielzeug, weibliche länger auf Gesichter. Wieder andere Unterschiede sind in allen Kulturen weltweit gleich, manche Unterschiede verstärken sich sogar in Gesellschaften mit höherer Geschlechtergleichheit. Zu guter Letzt korrelieren einige Differenzen mit dem gemessenen Hormonspiegel (Östrogen/Testosteron) im Blut und lassen sich auch durch gezielte Hormongabe beeinflussen.

Auch wiederholt Wiedemann das Argument, weil Männer „strukturell bevorzugt werden“, hätten „Frauen weniger Chancen“, was den Pay Gap, die Ungleiche Bezahlung, zum Teil erklären könne. Die gerne herangezogenen Studien nach denen in Deutschland Frauen etwa 22 Prozent weniger Geld verdienen als Männer, helfen dabei nicht weiter. Denn Ursache hierfür ist hauptsächlich die unterschiedliche Berufswahl – Männer zieht es in die besser bezahlten Berufe. Berücksichtigt man diese Präferenzen, schrumpft die Bezahlungslücke – je nach Studie auf drei bis acht Prozent.
Die Beziehungen zwischen Mann und Frau sind ein komplexes und interessantes Thema. Und gerade deswegen braucht es eine Genderwissenschaft, die diese Bezeichnung auch verdient. Entgegengesetzte Auffassungen sind keine Hetze, sondern Kritik – und damit das Wesen der Wissenschaft. Ohne ständiges Hinterfragen und Überprüfen gibt es keinen Erkenntnisgewinn. Kritik muß man ernst nehmen, Hetze hingegen bekämpfen. Wiedemann zeigt – ungewollt – daß in den Gender Studies eine lebhafte Kontroverse keinesfalls erwünscht ist.   Lukas Mihr

Montag, 1. Januar 2018

50 Jahre nach Dany le rouge, 100 Jahre nach Versailles

 
Vor einigen Wochen erschien in einer Berliner Zeitung der Text eines nach Deutschland eingewanderten arabischstämmigen Akademikers, der schildert, wie ihn andere in S- und U-Bahn misstrauisch anstarren. Bis ihm aufging: das Misstrauen der anderen verflüchtigte sich prompt, wenn er mit seiner Frau und den Kindern unterwegs war. Auch, wenn er allein seine Kinder am Spielplatz hütete: kein vorsichtiger oder ängstlicher Blick.Dort, so seine Erkenntnis, würden ihn die anderen als Familienvater sehen.  Ist er allein unterwegs, sähen sie ihn als arabischen Mann. Dem Autor war klar, dass es dafür Gründe gibt.
Nach der Bluttat eines afghanischen Mannes an einem 15jährigen Mädchen in Kandel und nach der Gewaltattacke eines Afrikaners gegen eine 73jährige Frau in Nürnberg gibt es auf Seiten der Kulturrelativierer zwei grundlegende Argumente: „Der Täter ist psychisch krank.“ Und vor allem: „Es ist egal, woher der Täter stammt und wie er aussieht.“
Nein. Es ist nicht egal. Entgegen anders lautenden Behauptungen ist es durchaus relevant, woher der Messerstecher von Kandel und der Schläger in Nürnberg stammen.  Die Rohheit und Aggressivität, die in ihren Heimatländern zur Alltagskultur gehören, lassen sie schließlich nicht in dem Augenblick hinter sich, in dem sie deutschen Boden betreten. In Afghanistan lautet ein Sprichwort: „Eine Frau gehört entweder ins Haus oder ins Grab“. In vielen Ländern Afrikas werden kleinen Mädchen die Geschlechtsteile verstümmelt, Frauen werden wie Vieh ge- und behandelt. In ständigen Stammes- und Bürgerkriegen lernen Menschen von klein auf, dass nur der überlebt, der schneller zuschlägt. Jedem dürften Begriffe wie „Kindersoldaten“ geläufig sein.
Wer es bis Europa geschafft hat, der hat es in der Regel nicht geschafft, weil er unterwegs stets anderen den Vortritt gelassen hat und sich durch Höflichkeit und Selbstlosigkeit die Sympathien der Schlepper erworben hätte. Wer es bis hier geschafft hat, der gehört zu den Aggressivsten und Fittesten.
Zu glauben, er sei sofort ein zivilisierter Mensch, wenn er in Deutschland angekommen ist, ist unglaublich naiv, ja geradezu rassistisch.
Nein, es hat nichts mit “rechts” und “rassistisch” und “nazi” zu tun, wenn man bestimmten Menschen gegenüber Vorsicht walten lässt. So lange es um den Umgang von Deutschen respektive Europäern untereinander geht, stellt niemand ein umsichtiges Verhalten in Frage. Wer auf der Straße eine lautstarke Gruppe Betrunkener vor einer Kneipe sieht, geht und ging auch schon früher lieber auf die andere Straßenseite. Vielleicht tat man denen auch Unrecht, wenn man vermutete, sie könnten auf einen losgehen. Vielleicht waren sie nur lustig drauf, und hätten einen auf ein Glas eingeladen. Man fand es dennoch eine völlig normale Vorsichtsmaßnahme, es nicht drauf ankommen zu lassen.
Mag sein, dass man vielen Migranten durch eine aus Vorsicht und Erfahrung gebotene Distanz Unrecht tut, so wie dem Akademiker in Berlin. Aber es geht nicht mehr anders. Dass es soweit kommen musste, hat nichts mit dem vermeintlichen Fremdenhass der Deutschen zu tun. Übrigens: Was sind die Sicherheitskontrollen an Flughäfen bis in den Waschbeutel hinein anderes als ein Generalverdacht des Staates? Was sind die Frauenschutz-Zelte am Brandenburger Tor zu Silvester anderes als eine Generalahnung des Staates, dass Frauen in dieser speziellen Nacht seit der Ankunft hunderttausender junger Männer aus frauenverachtenden Kulturen in der Öffentlichkeit eben nicht mehr sicher sind?
Die Ursache liegt in der sinn- und kopflosen Lassen-wir-alle-rein-Politik unter Merkel. Es war nüchtern denkenden Menschen seit Jahren klar, dass es so kommen musste, wie es nun Alltag ist. Die Leidtragenden dieses kompletten Versagens sind nicht alleine die hier schon länger Lebenden, sondern auch und vor allem die Menschen, denen tatsächlich der Status eines Flüchtlings zustand, und denen all unsere Fürsorge und Empathie gelten sollte. Jesidische Christen auf der Flucht vor Muslimen beispielsweise. Sie unterscheiden sich äußerlich nicht oder kaum erkennbar von arabisch-stämmigen Migranten, die nun Misstrauen und Ablehnung ertragen müssen. Zusätzlich zu dem, was ihnen von Mitbewohnern in den Unterkünften angetan wird.  Alexander Wendt

Beste Wünsche für 2018!