Sonntag, 5. November 2017

Ich fühle, also denke ich

„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und die Königsberger Klopse in mir.“ Immanuel Kant


 Es heißt Publico und ist seit gestern online.

In fünf überschaubaren Rubriken – Politik & Gesellschaft, Medien & Kritik, Spreu & Weizen, Hausbesuch, Fake News – offeriert der Autor seine Texte. Einer, der Aufmacher sozusagen, widmet sich der Berliner innerstädtischen Verwahrlosung, die noch weit zügiger voranschreitet als der Bau des Flughafens Schönefeld, und endet in der reizenden Conclusio: "Es ist faszinierend zu sehen, wie Angela Merkel und ihre Bediensteten über einen Marshallplan für Afrika nachdenken – unter anderem – während die zuständigen staatlichen Stellen nicht einmal kleinste Areale sicherheitstechnisch in den Griff bekommen, die selbst unter Umständen des Berliner Baustellenumfahrungsverkehrs nur 30 Autominuten vom Kanzlerinnenschreibtisch entfernt liegen."

Das erste Publico-Interview führte Wendt mit dem Berliner Historiker Jörg Friedrich, der unter anderem ein opulentes Buch über den Koreakrieg geschrieben hat und angesichts der drohenden Fortsetzung desselben – also nicht des Buches, sondern des Krieges – auf die Frage: "Nehmen wir einmal an, Sie wären Sonder-Sicherheitsberater von Präsident Trump in der Korea-Frage. Was würden Sie ihm raten?" antwortet: "Raten? Ich würde darauf hinwirken, dass er verhaftet wird. Immerhin hat er Nordkorea vor der UN-Vollversammlung mit der völligen Vernichtung gedroht. Das heißt, er würde im Ernstfall 25 Millionen Menschen pulverisieren."

Höre ich als Trumpianer nicht gern, muss aber mal gesagt werden.  MK am 7. 11. 2017

Vernunft kommt von vernehmen! Und in der Tat, mehr noch als zu Kant und Clausewitz empfinde ich eine tiefe seelische Verwandtschaft zu einem von Kants Freunden, dem beim preussischen Zoll als Übersetzer tätigen Johann Georg Hamann.

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